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Serie Die stille Gefahr, Teil 1:

Fettleber
Die Leber hält einiges aus. Aber zu viel Alkohol oder übermäßiges Essen setzen ihr auf Dauer zu
Eine große Leber ist fast immer eine kranke Leber. „Das hat mir mein alter Lehrmeister beigebracht“, sagt Prof. Rainer Müller. Im rechten Oberbauch ertasten Ärzte wie der Leberexperte aus Köln häufig ein vergrößertes Organ. Fachleute vermuten, dass jeder fünfte Deutsche unter einer Fettleber leidet. „Bei stärker Übergewichtigen sind sogar 70 bis 80 Prozent betroffen, außerdem leidet jeder zweite Typ-2-Diabetiker darunter“, weiß Prof. Claus Niederau von der Deutschen Leberhilfe.

Mediziner stellen die Diagnose, wenn die Hälfte der Leberzellen verfettet ist. Viele Leberkranke überrascht die Nachricht trotzdem: Legt das größte Verdauungsorgan des Körpers ordentlich zu, merken sie das nicht. „Die Leber besitzt keine Nervenzellen, die Schmerz weiterleiten“, erklärt Müller.

Nur per Zufall entdecken Mediziner beim Ultraschall die mitunter starke Verfettung. Sie entwickelt sich, wenn das überstrapazierte Organ mehr Fettstoffe in den Zellen produziert, als sie ins Blut abgibt. Wie es zu diesem Ungleichgewicht kommt, ist noch in vielen Punkten unerforscht. Als sicher gilt, dass Alkohol die Leber schädigt. Aber nicht jeder Leberkranke trinkt zu viel. Forscher gehen davon aus, dass auch Übergewicht und Diabetes bei der Entstehung der Fettleber eine große Rolle spielen.

Die Krankheit entwickelt sich schleichend – und ist zunächst harmlos. Hält der Umbau des Lebergewebes aber über Jahre an, drohen ernste Gefahren: Die Leberzellen entzünden sich, es entsteht eine Fettleberhepatitis. „Man nimmt an, dass ein zweiter Schädigungsfaktor hinzukommen muss, damit sich aus einer Fettleber eine Hepatitis entwickelt“, erklärt Niederau, „in Verdacht stehen vor allem Typ-2-Diabetes und einige Medikamente.“

Bei Hepatitis sterben Leberzellen ab, und das Verdauungsorgan ist nicht mehr voll funktionstüchtig. Aber selbst dann spüren Patienten ihre kranke Leber kaum, „es können Müdigkeit, Blähungen oder leichter Druck im Oberbauch auftreten“, erklärt Müller. Doch dahinter können auch andere Erkrankungen stecken.

Hat ein Arzt jedoch eine Fettleber diagnostiziert, sollte er immer nach dem Auslöser forschen. In besonders schlimmen Fällen kann die Entzündung so stark fortschreiten, dass eine Leberzirrhose entsteht.

Doch so weit muss es nicht kommen. Eine Fettleber lässt sich zwar nicht medikamentös behandeln. Wer das Verdauungsorgan schont, hat aber gute Chancen, gesund zu werden. Der Tipp der Experten: auf Alkohol verzichten, einen Diabetes richtig einstellen, langsam abspecken oder Medikamente austauschen. „Der beste Schutz gegen eine Fettleber ist ein gesunder Lebensstil“, sagt Claus Niederau.

Senioren Ratgeber


Geschrieben am 03.08.2007 um 11:35
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