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Aktiver Geist: Denkzentrale in Topform

Wie Sie die Leistungsfähigkeit Ihres Gehirns steigern und erhalten Futter für die grauen Zellen
Das Gehirn verbraucht etwa 20 Prozent des gesamten Energieumsatzes des Körpers, darunter die Hälfte der vom Organismus benötigten Glukose (Traubenzucker). Wer genug trinkt, unterstützt die Durchblutung und damit die Versorgung des Denkorgans mit Nährstoffen und Sauerstoff. Der Intelligenzforscher Siegfried Lehrl von der Universität Erlangen rät Gesunden, zwei bis drei Liter über den Tag verteilt zu trinken.

Durch eine vollwertige Ernährung mit ausreichend langkettigen Kohlenydraten – enthalten in Reis, Nudeln, Kartoffeln oder Bananen – gelangt gleichmäßig Glukose in das Blut. Das garantiert die Energieversorgung für die Denkzentrale.

Omega-3-Fettsäuren, die vor allem in fettem Meeresfisch und den Ölen aus Lein, Raps und Walnuss enthalten sind, beeinflussen den Gehirnstoffwechsel günstig. Zum einen sind sie Baustoffe der Hüllen von Nervenzellen, zum anderen halten sie die Blutgefäße elastisch. In der Apotheke gibt es sie auch in Kapseln verpackt. Schwarznessel-Präparate liefern kurzkettige Omega- 3-Fettsäuren. Präparate mit Ginkgo-Extrakt fördern die Gehirndurchblutung.


Fitter Körper, reger Geist
Bewegung steigert auch die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Wer beim Lernen beispielsweise auf und ab geht, fördert Konzentration und Wachheit. Studien belegen auch langfristige Effekte. Alte Menschen, die regelmäßig spazieren gehen, bleiben geistig leistungsfähiger als körperlich inaktive. Wirkungsvoll ist vor allem Ausdauersport, zum Beispiel Schwimmen, Laufen oder Radfahren. Dabei nehmen Körper und Gehirn vermehrt Sauerstoff auf. Das erleichtert es den Nervenzellen, neue Verbindungen zu bilden.

Zudem beugt körperliches Training Gefäßschäden vor und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Damit verringert es auch das Risiko für Schlaganfall und Demenz. Mehrmals in der Woche stramm zu gehen tut dem Gehirn gut, aber auch jede Treppe, jede kurze Besorgung zu Fuß oder mit dem Fahrrad.


Gut schlafen
Tagsüber sammelt das Gehirn Informationen und legt sie im Hippocampus ab. In den nächtlichen Tiefschlafphasen holt es die Erinnerungen des vorausgegangenen Tages wieder hervor, legt sie in der Hirnrinde ab und verankert sie so im Gedächtnis.

Im Gegenzug werden unwichtige Nervenverknüpfungen abgebaut. Es ist also ausgesprochen sinnvoll, sich auch in stressreichen Prüfungsphasen ausreichend Schlaf zu gönnen. Zu wenig nächtliche Erholung reduziert nicht nur die Gedächtnisleistung, sie macht auch unkonzentriert. Lernenden rät Lehrl, den Wissensstoff vor dem Schlafengehen noch einmal zu überlesen – aber ohne Anstrengung, sonst könnte es das Einschlafen erschweren. Zwischen sieben und neun Stunden beträgt der individuelle Schlafbedarf. Einen geistigen Frischekick kann auch ein kurzer, höchstens 30-minütiger Mittagsschlaf bringen.


Gesellig und aktiv sein
Sozialer Rückhalt, gute Kontakte zu Freunden und Verwandten sowie gemeinsame Unternehmungen fördern das Wohlbefinden und heben die Stimmung. Das aktiviert die grauen Zellen, schützt vor Depressivität und wirkt Vergesslichkeit entgegen – auch langfristig. Studien zeigen, dass ältere Menschen mit einem reichen Sozialleben geistig leistungsfähiger bleiben.

Wer an seiner Umgebung interessiert bleibt und sich aktiv einbringt, stimuliert die grauen Zellen. Ein ideales Gehirntraining ist der Gesellschaftstanz. Er vereint Geselligkeit, Bewegung, Koordination und Konzentration. Aber auch wer sich zu Karten- oder Brettspielen trifft, nutzt gleich mehrere Trainingseffekte. Sich passiv berieseln zu lassen, etwa stundenlang vor dem Fernseher zu sitzen, dämpft dagegen die Leistungsfähigkeit des Gehirns.


Lockerlassen
Anhaltender Stress kann zu Erschöpfung, Depression und einer verminderten Leistungsfähigkeit des Denkorgans führen. Hirnforscher raten zu bewussten Ruhepausen im Tagesablauf, etwa mit Meditation oder autogenem Training. Ginseng-Präparate, aus der Apotheke – auch in Kombination mit Vitaminen und Mineralstoffen – helfen, sich besser auf Stressauslöser einzustellen. Mit den Stoffen Deanol und Cholin lässt sich das Gedächtnis verbessern.


Neues lernen, Routine vermeiden
Das Gehirn lernt gern. Vor allem Unbekanntes regt das Denkorgan zu gesteigerter Aktivität an. Magdeburger Wissenschaftler zeigten 2006 mit Kernspinaufnahmen, dass Neuigkeiten eine Hirnregion in Erregung versetzen, die bei Bekanntem nicht reagiert.

In Gedächtnistests schnitten die Versuchsteilnehmer besser ab, wenn sie neben vertrauten auch neue Informationen bekamen. Wissbegierde zahlt sich auch auf lange Sicht aus. So zeigten Robert Katzman von der Universität von Kalifornien und andere Wissenschaftler, dass bei gebildeten Menschen die Alzheimer-Demenz im Durchschnitt einige Jahre später einsetzt. Beschenken Sie Ihr Gehirn also im Alltag mit neuen Eindrücken.

Ob Sie fremde Länder bereisen, musizieren oder eine Sprache lernen: Der positive Nebeneffekt solcher vergnüglichen Beschäftigungen ist eine gesteigerte geistige Beweglichkeit. Davon profitieren auch ältere Menschen. Es spricht nichts dagegen, sich mit 70 ein neues Hobby zuzulegen, etwa Malen, eine Sprache zu lernen oder einen Computerkurs zu besuchen. Es empfiehlt sich, gelegentlich aus der üblichen Routine auszubrechen. Schlagen Sie zum Beispiel einen anderen Weg zur Arbeit ein als sonst, oder nehmen Sie als Rechtshänder die Zahnbürste in die linke Hand.


Apotheken Umschau


Geschrieben am 01.08.2007 um 20:23
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