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Jeder Blutspur nachgehen Nach dem Wechsel gelten Blutungen aus der Scheide als Warnzeichen. Im Gespräch mit Professor Dr. Marion Kiechle-Bahat Prof. Marion Kiechle-Bahat hat einen Lehrstuhl für Frauenheilkunde an der Technischen Universität München. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Entstehung von Tumoren
Viele Frauen tasten regelmäßig ihre Brüste auf Veränderungen ab. Was kann Frau zu Hause tun, um ihre Gebärmutter vor Krebs zu schützen? Eine der Brust vergleichbare Selbstuntersuchung der Gebärmutter gibt es nicht. Aufmerksames Beobachten des eigenen Körpers ist aber auch bei der Früherkennung von Gebärmutterkrebs gefragt. Frauen sollten ungewöhnlich starke und lange Blutungen, vermehrten Ausfluss und nach dem Wechsel jede Spur von Blut, die sie in der Unterhose bemerken, ernst nehmen und vom Arzt abklären lassen.
Was steckt hinter dieser Warnung? Blutungen, die zwischen der normalen Monatsblutung oder nach dem Wechsel auftreten, gelten als Warnzeichen dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut verändert hat. Solche Veränderungen müssen nicht Krebs bedeuten. Ob hinter den Beschwerden tatsächlich eine Krebserkrankung steckt oder andere Ursachen dafür infrage kommen, lässt sich in der Regel relativ schnell herausfinden.
Wie läuft eine solche Untersuchung normalerweise ab? Zunächst sollte der Arzt genau zuhören, wenn er die Patientin nach ihren Beschwerden fragt. Auch Schmerzen beim Verkehr oder eine unerklärliche Abgeschlagenheit sollten ihn aufhorchen lassen. Eine Ultraschalluntersuchung in der Scheide, bei der der Arzt die Dicke der Gebärmutterschleimhaut bestimmt, liefert weitere Hinweise. Bei gesunden Frauen wird sie im Alter immer flacher. Verdickungen der Gebärmutterschleimhaut oder Polypen sprechen ebenso wie Blutungen nach dem Wechsel dafür, die Diagnose bei einer Ausschabung zu sichern. Das passiert unter einer kurzen Vollnarkose. Doch nur so kann der Arzt Krebs sicher ausschließen oder feststellen.
Wie hoch ist das Risiko, Gebärmutterkrebs zu bekommen? Gebärmutterkrebs ist die vierthäufigste Krebserkrankung der Frau. Betroffen sind vor allem Frauen zwischen 60 und 70. Vor dem 40. Lebensjahr ist die Erkrankung eher selten. Die Heilungschancen sind aber sehr gut, wenn der Krebs frühzeitig erkannt wird. Deshalb sollte jede Frau ab 50 einmal im Jahr einen vaginalen Ultraschall machen lassen, auch wenn die Kasse die Kosten für diese Vorsorge- Untersuchung leider nicht übernimmt. Die Investition lohnt sich.
Deutlich mehr Frauen erkranken in letzter Zeit an Gebärmutterkrebs. Spätfolge der lange propagierten Hormontherapie in den Wechseljahren? Die früher übliche Langzeit-Einnahme von Östrogenen erhöht tatsächlich das Erkrankungsrisiko. Heute verschreiben Ärzte jedoch Kombi-Präparate, wenn eine Patientin über starke Wechseljahresbeschwerden wie Schwitzen, Schlafprobleme oder Depressionen klagt: Östrogene mit Gestagenschutz, so niedrig dosiert wie möglich, über maximal fünf Jahre. Nur bei Frauen ohne Gebärmutter machen Gestagene, die auf die Gebärmutter wirken, keinen Sinn. Dass dieser Krebs häufiger diagnostiziert wird, liegt vor allem daran, dass Frauen heute immer älter werden.
Wie sieht die Therapie aus? Wenn die Gebärmutter entfernt wird, bestehen gute Aussichten, die Patientin vom Krebs zu heilen, ohne dass weitere Behandlungen nötig sind.
Was ist, wenn Krebszellen bereits ins Becken vorgedrungen sind? Wenn der Tumor lange nicht erkannt wird, können sich Krebszellen über Blut- oder Lymphbahnen ausbreiten und im Körper Tochtergeschwülste bilden. Dann muss der Arzt zusammen mit der Patientin über eine Chemo- oder Strahlentherapie nachdenken.
Macht es Sinn, die Gebärmutter im Alter vorsorglich entfernen zu lassen? Eine Operation bedeutet immer ein gewisses Risiko und braucht deshalb einen guten Grund, etwa dass die Gebärmutter auf die Blase drückt und Inkontinenz verursacht. Ich rate auch davon ab, die Eierstöcke bei einer OP grundsätzlich mit zu entfernen. Denn sie sorgen auch nach dem Ausbleiben der Periode für die weibliche Libido.
Auch Viren gelten als Krebserreger in der Gebärmutter ... Bestimmte Papillomviren, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, können Gebärmutterhalskrebs auslösen. Bei einem Abstrich vom Gebärmuttermund kann der Arzt klären, ob verdächtige Zellen da sind. Eine sinnvolle Früherkennungsmaßnahme, für jede Frau jeden Alters.
Jetzt gibt es sogar eine Impfung dagegen. Sollte sich jede Frau impfen lassen? Die Ansteckung erfolgt in der Regel in jungen Jahren. Bis Zellveränderungen zu sehen sind, vergehen aber bis zu 15 Jahre. Deshalb ist die Impfung vor allem jungen Frauen zu empfehlen und kommt im Alter allenfalls bei sexuell sehr aktiven Frauen infrage.
Senioren Ratgeber/ Bildnachweis: PhotoDisc |
Geschrieben am 15.11.2007 um 07:20 Alle News/Infos anzeigen
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