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Ernährung:

Das erste Mahl
Brei selbst kochen oder kaufen? Expertin Claudia Thienel erklärt im Interview, wie Sie ihr Baby gesund ernähren
Claudia Thienel ist Ernährungswissenschaftlerin in Bonn. Sie arbeitet für das Internetportal www.was-wir-essen.de, das von der Bundesregierung gefördert wird (GesundheitPro übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Internetseiten.)

Frau Thienel, Hersteller mussten in der Vergangenheit vereinzelt Babynahrungen zurückrufen. Wie sicher sind die Produkte?
Sehr sicher. Das waren absolute Einzelfälle. Es gibt kaum andere Lebensmittel in Deutschland, die so strenge Auflagen erfüllen müssen. Säuglingsnahrung wird stark kontrolliert. Bei kleinsten Zweifeln gibt es sofort Rückrufaktionen. Eltern brauchen sich keine Sorgen zu machen.



Wie wird Brei industriell hergestellt?
Um Instant-Flocken zu bekommen, wird Getreide gewalzt und in einem komplizierten Verfahren vorgegart. Dann mischt der Hersteller Milchpulver dazu. Für die Gläschenbreie werden die Zutaten gekocht und je nach Rezept mit Gewürzen und Öl versehen. Spezielle Apparaturen füllen die Mischung ab, entziehen die Luft, verschließen die Gläschen luftdicht und machen den Inhalt durch Hitze haltbar. Bei der Herstellung gehen kaum Nährstoffe verloren.



Ist das zu Hause auch möglich?
Eltern können genauso daheim kochen. Nur hält sich der Brei nicht so lange. Beim Einkochen wäre der Vitaminverlust zu hoch. Besser ist, den Brei portionsweise einzufrieren. Bei minus 18 Grad hält er sich mindestens zwei Monate. Vorsicht bei Spinatbrei: Er sollte nur frisch zubereitet und nicht eingefroren werden. Beim Aufwärmen entsteht Nitrit, das für Kinder besonders gesundheitsschädigend ist.



Was spricht fürs Selbstkochen?
Der Geschmackssinn wird sehr früh geprägt, und selbst zubereiteter Brei schmeckt intensiver als der aus der Konserve. In vielen industriell gefertigten Breien sind überflüssige Zutaten wie Aromen, Zucker, Gewürze oder Vitaminzusätze. Manche Gläschen sind zudem nicht optimal zusammengestellt: In Obst-Getreide-Brei etwa fehlt häufig Fett. Da kann man einen Löffel Öl, Margarine oder Butter zugeben. Oft steckt Salz im Brei.



Schadet Salz dem Baby?
Es spricht nichts gegen minimal gesalzenen Brei. Dennoch empfiehlt es sich, bei den Kleinen bis zum zehnten Monat auf Salz zu verzichten. Danach kann Brei ein wenig davon enthalten. Salz zuzufügen ist ein Trick des Herstellers, um Kinder an seine Nahrung zu gewöhnen. Gesalzenes schmeckt interessanter.



Woran erkennt man einen guten Brei?
Am Etikett. Es sollten nur wenige Einzelzutaten wie eine Gemüse-, Obst- oder Fleischsorte enthalten sein. Eltern, die sich unsicher sind, können die Gläschen-Zutaten mit empfohlenen Rezepten vergleichen. Die gibt’s etwa beim Forschungsinstitut für Kinderernährung (www.fke-do.de), bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.kindergesundheit-info.de) und beim aid-infodienst (www.aid.de). (GesundheitPro übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Internetseiten.)



Muss es Bio sein?
Wer selbst kocht, sollte auf jeden Fall Biozutaten verwenden, weil sie weniger Schadstoffe enthalten. Bei den meisten Herstellern sind Gemüse, Obst und Fleisch aus ökologischem Anbau sowieso Standard.



Darf der Brei auch vegetarisch sein?
Ein Mix aus pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln versorgt das Kind optimal. Aber auch eine vegetarische Ernährung ist möglich. Wichtig ist, dass das Kind eine ausgewogene Mischung aus Getreide, Kartoffeln, Gemüse, Obst, Milch und Milchprodukten isst. Eltern, die vegetarisch füttern, sollten sich von Ernährungsexperten beraten lassen.

Baby und Familie


Geschrieben am 18.10.2007 um 07:20
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