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Serie Erste Hilfe bei Kindern, Teil 2:

Richtig reagiert in kritischen Situationen
Unser Experte Stefan Osche gibt Ihnen Tipps, was Sie bei Bewusstlosigkeit und anderen Notfällen tun können
Achtung: „Einen Erste-Hilfe-Kurs für Notfälle bei Säuglingen und Kleinkindern können diese nicht ersetzen“, betont Stefan Osche, Rettungsassistent und Referent für Erste Hilfe beim Deutschen Roten Kreuz in Berlin. Gerade die Maßnahmen zur Wiederbelebung sollten Eltern unter fachlicher Aufsicht ein üben. Hilfsorganisationen bieten solche Kurse an. Fragen Sie am besten bei den Geschäftsstellen vor Ort nach. Und: Immer, wenn Sie unsicher sind, wie Sie sich am besten verhalten, rufen Sie einen Rettungsdienst über die 112 an (in Baden-Württemberg, Teilen Bayerns und Rheinland-Pfalz: 19 222).

Bewusstlosigkeit
Ist ein Kind bewusstlos, sind seine Muskeln ganz schlaff, es reagiert nicht mehr.

Was tun?
Die größte Gefahr ist, dass das Kind erstickt. Deshalb zuerst die Atemwege frei machen, indem Sie den Kopf vorsichtig überstrecken. Kontrollieren Sie dann, ob Ihr Kleines atmet: Halten Sie Ihr Ohr an den Mund des Kindes und prüfen Sie, ob sich der Brustkorb hebt und senkt. Atmet es, bringen Sie es in die stabile Seitenlage. Atmet das Kind nicht, sofort beatmen.

Wann zum Arzt?
Auf jeden Fall den Notarzt alarmieren, denn Bewusstlosigkeit ist ein lebensbedrohlicher Zustand. Kontrollieren Sie während der Wartezeit immer wieder die Atmung. Eltern, die in einem Erste-Hilfe-Kurs gelernt haben, wie man den Puls fühlt, beobachten auch ihn. Bei Babys spürt man ihn am besten an der Innenseite des Oberarms, da sich die Halsschlagader noch nicht gut ertasten lässt.

Fremdkörper im Auge
Wenn sich Ihr Kleines die Augen reibt, hat sich vielleicht eine Wimper oder ein Sandkorn ins Auge verirrt.

Was tun?
Das Unterlid nach unten ziehen und das Auge mit der Ecke eines sauberen Taschentuches von außen zur Nase hin auswischen.

Wann zum Arzt?
Bei Splittern oder spitzen Gegenständen muss Ihr Kleines sofort zum Arzt. Aber auch, wenn es sich einen Gegenstand in Nase oder Ohr gesteckt hat. Versuchen Sie nie, den Fremdkörper selbst zu entfernen, Sie könnten ihn noch tiefer in die Nase oder den Gehörgang drücken.

Vergiftungen
Vor allem bei Kindern unter vier Jahren kommt es häufig zu Vergiftungen zum Beispiel durch Putzmittel oder Giftpflanzen. Warnsignale sind oft unklare Bauchschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Erbrechen, Durchfall, Atemnot.

Was tun?
Bewahren Sie Ruhe. Rufen Sie zuerst den Notarzt, und holen Sie dann Rat von einer Giftnotrufzentrale ein. Geben Sie Ihrem Kind auf keinen Fall Milch zu trinken. Kontrollieren Sie immer wieder die Atmung. Heben Sie Erbrochenes zur Giftbestimmung auf.

Wie vorbeugen?
Achten Sie darauf, dass gefährliche Substanzen wie etwa Haushaltsreiniger oder Medikamente im Haushalt für Kinder unerreichbar aufbewahrt sind.

Gegenstand verschluckt
Wenn Babys kleine Gegenstände verschlucken, können diese in der Luft- oder Speiseröhre stecken bleiben. Das Kind beginnt plötzlich zu husten oder zu würgen. Jetzt ist schnelles Handeln gefragt!

Was tun?
Ist Ihr Kind noch sehr klein und leicht, halten Sie es an den Beinen fest, der Kopf hängt nach unten. Klopfen Sie dann mit der flachen Hand so lange zwischen die Schulterblätter, bis der Gegenstand herausfällt. Kleinkinder etwa ab einem Jahr bäuchlings auf Ihre Oberschenkel legen, Kopf und Arme des Kindes hängen nach unten. Mehrmals mit der flachen Hand auf seinen Rücken klopfen.

Wann zum Arzt?
Bleibt der Gegenstand trotzdem stecken, sofort den Rettungsdienst rufen.

Verbrennungen und Verbrühungen
Etwa 80 Prozent aller Kinder verbrennen oder verbrühen sich während ihrer ersten Lebensjahre. Als Eltern sollten Sie deshalb besonders darauf achten, mögliche Gefahrenquellen auszuschalten.

Was tun?
Kühlen Sie die betroffene Stelle mit Wasser. Mindestens zehn Minuten lang, aber immer so lange, bis der Schmerz nachlässt. Die Temperatur sollte handwarm sein. Bei sehr kaltem Wasser kann es zu einer Unterkühlung kommen. Auf keinen Fall Salben, Fett, Puder oder gar Mehl auf die Wunde geben. Ist die Wunde offen, decken Sie diese mit einem sterilen Tuch ab. Hat sich Ihr Kind verbrüht, müssen Sie ihm schnell die darüberliegende Kleidung ausziehen (nur, wenn die Kleidung nicht mit der Haut verklebt ist!) und sofort mit Wasser kühlen.

Wann zum Arzt?
Bereits bei kleinen Verbrennungen und Verbrühungen. Unbedingt den Notarzt rufen bei Verbrennungen zweiten und dritten Grades (die Haut wirft Blasen, sie ist zerstört oder verkohlt).


Baby und Familie


Geschrieben am 28.08.2007 um 07:20
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