Startseite Impressum Kontakt Warenkorb

Serie Erste Hilfe bei Kindern, Teil 1:

Wenn kleine Weltentdecker verunglücken...
...reicht ein Pflaster manchmal nicht aus. Unser Experte gibt Tipps, wie Eltern rasch und richtig reagieren
Zuerst ein Rums, dann Geschrei. Oft genügt ein bisschen pusten und ein Küsschen aufs Aua, wenn sich kleine Kinder wehgetan haben. Doch manchmal müssen Eltern schnell handeln, um Verletzungen zu versorgen und Schlimmeres zu verhindern. Wir haben für Sie zusammen mit Stefan Osche, Referent für Erste Hilfe beim Deutschen Roten Kreuz, die wichtigsten Tipps zusammengestellt. Im ersten Teil unserer Serie erfahren Sie, wie Sie Wunden richtig versorgen, einen eingeklemmten Finger verarzten, wie Sie Nasenbluten stoppen, wie Sie am besten reagieren, wenn ihr Kind auf dem Kopf gefallen ist und wann Sie zum Arzt gehen sollten.

Aber: „Einen Erste-Hilfe-Kurs für Notfälle bei Säuglingen und Kleinkindern können diese Tipps nicht ersetzen“, sagt der Rettungsassistent. Gerade die Maßnahmen zur Wiederbelebung sollten Eltern unter fachlicher Aufsicht einüben. Hilfsorganisationen bieten solche Kurse an. Fragen Sie am besten bei den Geschäftsstellen vor Ort nach. Und: Immer, wenn Sie unsicher sind, wie Sie sich am besten verhalten, rufen Sie einen Rettungsdienst über die 112 an (in Baden-Württemberg, Teilen Bayerns und Rheinland-Pfalz: 19 222).

Wunden versorgen
Ist die Haut verletzt, blutet die Wunde nicht nur, sondern tut kleinen Kindern auch weh. Deshalb: erst trösten, dann verarzten.

Was tun?
Eine kleine, wenig blutende Schürfwunde desinfizieren Sie zunächst (zum Beispiel mit Octenidin) und geben dann ein Pflaster darauf.

Auf größere Wunden eine Kompresse legen und diese mit einer Mullbinde oder einem Pflaster befestigen (am besten immer kindgerechtes Verbandmaterial zu Hause bereithalten).

Da bei einer Schürfwunde Keime in die Wunde gelangen können, sollten Sie stets prüfen, ob der Tetanusschutz noch gewährleistet ist. Salben und Desinfektionsmittel bitte nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt verwenden, da Ihr Kind auf einen Wirkstoff allergisch reagieren könnte.

Eine Schnittwunde decken Sie mit einem keimfreien Tuch ab und legen bei einer stärkeren Blutung einen Druckverband an. Geben Sie dafür eine sterile Auflage auf die Wunde und umwickeln Sie sie locker ein bis zweimal mit einer Mullbinde. Nun ein Druckpolster (zum Beispiel eine verpackte Mullbinde) auflegen und fest mit der Binde umwickeln.

Wann zum Arzt?
Wenn die Blutung einer Schürfwunde anhält oder die Wunde größer oder stark verschmutzt ist. Ebenso, wenn sie sich nach der Erstversorgung entzündet oder sich Eiter bildet.

Eine tiefere Schnittwunde sollte immer ein Arzt anschauen: Es könnte sein, dass Sehnen und Nerven verletzt sind oder sie genäht werden muss.

Bisswunden gehören wegen der hohen Infektionsgefahr ebenfalls in ärztliche Behandlung.

Auch Platzwunden muss ein Arzt behandeln. Für die Erstversorgung einen Verband oder Druckverband anlegen.

Eingeklemmte Finger
Schubladen auf- und wieder zu machen ist für kleine Kinder ein Riesenspaß. Doch manchmal zwicken sie sich dabei die Finger ein.

Was tun?
Kühlen Sie die Finger zunächst unter fließendem Wasser (handwarm, etwa 20 Grad Celsius). Legen Sie dann Eiswürfel – nie direkt, sondern in ein Tuch eingewickelt – oder eine Kühlkompresse aus der Apotheke auf die Finger des Kindes. Verzichten Sie auf Eissprays, denn sie kühlen zu stark. Je früher Sie kühlen, desto schwächer sind die Verletzungen.

Wann zum Arzt?
Wenn der Schmerz nicht nachlässt, Sie den Verdacht haben, dass etwas gebrochen oder die Wunde offen ist.

Sturz auf den Kopf
Beim Toben auf den Kopf gefallen? Die dicke Beule ist sicher sehr schmerzhaft, aber meist unproblematisch. Doch manchmal hat ein Sturz auch gefährliche Folgen.

Was tun?
Ist Ihr Kleines bei Bewusstsein, kühlen Sie die Aufprallstelle. Beobachten Sie Ihr Kind mindestens 24 Stunden. Sicherheitshalber sollten Sie es vom Kinderarzt anschauen lassen. Reagiert es nicht auf Ihre Ansprache, kontrollieren Sie, ob es atmet, bringen es in die stabile Seitenlage und rufen den Notarzt. Auch wenn es aus Nase oder Ohr blutet, holen Sie den Notarzt.

Wann zum Arzt?
Ging es Ihrem Kind gerade noch gut, doch plötzlich wird es müde, reagiert nicht mehr richtig oder erbricht, müssen Sie sofort den Notarzt rufen. Auch wenn es sich nicht mehr erinnert, was passiert ist, gehört es in ärztliche Behandlung.

Nasenbluten
Bekommt ein Kind Nasenbluten, erschrickt es meist über das Blut. Beruhigen Sie es deshalb zuerst, und erklären Sie ihm, dass dies nicht gefährlich ist.

Was tun?
Ihr Kind sollte im Sitzen den Kopf vorbeugen. Legen Sie ihm dann ein kaltes, feuchtes Tuch in den Nacken. Der Kältereiz bewirkt, dass sich die Blutgefäße verengen. Die Blutung stoppt in der Regel nach zwei bis drei Minuten. Unterstützend können Sie die Nasenflügel gegen die Nasenscheidewand drücken. Auf keinen Fall sollte sich Ihr Kind hinlegen, denn dann läuft das Blut in den Mund-Rachen-Raum, und dem kleinen Patienten kann es schlecht werden.

Wann zum Arzt?
Hört die Blutung nicht auf oder beginnt sie immer wieder, sollten Sie zum Arzt. Bei sehr starker Blutung unbedingt den Rettungsdienst holen.

Baby und Familie


Geschrieben am 27.08.2007 um 07:20
Alle News/Infos anzeigen
Kundenlogin | Datenschutz | Impressum | AGB | Kontakt


All Rights Reserved by Faust Apotheke Leipzig

copyright © StorEdit CMS & Shopsoftware