Startseite Impressum Kontakt Warenkorb

Serie Gesunde Venen, Teil 1:

Machen Sie sich Beine!
Sport und gesunde Ernährung unterstützen die Venenfunktion, auch wenn schon Krampfadern da sind
Ob jemand im Laufe seines Lebens Krampfadern entwickelt oder nicht, ist fast ausschließlich genetisch bedingt. „Ein ungünstiger Lebenswandel allein kann keine Krampfadern hervorbringen“, sagt Dr. Eva Haas, Chefärztin der Schlossklinik Abtsee, Fachklinik für Venenerkrankungen, in Laufen. Haben schon Vater, Mutter oder Großeltern unter verformten Venen gelitten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie eine Bindegewebsschwäche an ihre Nachkommen vererbt haben.

Schwaches Bindegewebe ist die Hauptursache für eine Überdehnung der Venenwände. Diese leiern schließlich aus, sodass die Venenklappen, die das Blut wie Schleusentore zum Herzen kanalisieren, nicht mehr richtig schließen. Die Folge: Das Blut versackt in den Beinen. Weibliche Hormone, allen voran Östrogen, lockern das Bindegewebe zusätzlich. Frauen tragen deshalb ein noch höheres Risiko als Männer, Krampfadern zu bekommen – vor allem wenn sie die Pille nehmen oder schwanger sind, also einen besonders hohen Östrogenspiegel haben.

Gegen die Macht der Gene
Lohnt es sich unter diesen Umständen überhaupt, gegen die Macht der Gene anzukämpfen? Auf jeden Fall. „Gerade weil die meisten Venenerkrankungen genetisch bedingt sind, ist es wichtig, alle vorbeugenden Maßnahmen auszuschöpfen“, meint Professor Curt Diehm, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin und Leiter des Gefäßzentrums des Klinikums Karlsbad-Langensteinbach. Denn diese senken das Erkrankungs-Risiko.

Besonders wirkungsvoll sind eine Gewichtsnormalisierung und viel Bewegung. Abspecken strafft und kräftigt das Bindegewebe, Bewegung ebenfalls. Und sie aktiviert die Beinmuskulatur. Spannen sich die Wadenmuskeln beim Walken oder Joggen an, erhöht sich dadurch der Druck auf die Venenwände, sodass das Blut leichter von unten nach oben gelangt. Bei jeder Muskelkontraktion werden die Venen „ausgepresst“. „Die Krampfadern selbst können Sie dadurch zwar nicht unbedingt verhindern – aber mögliche Komplikationen“, sagt Eva Haas.

Lieber laufen statt Ski fahren
Diehm empfiehlt vor allem Sportarten „mit dynamischen Bewegungen ohne Pressatmung“. Dazu gehören Wandern, Laufen, Walking, Skilanglauf, Radfahren, Tanzen und Schwimmen. Schon Spazierengehen bringt etwas. Der Fuß rollt bei diesen Bewegungsformen von der Ferse zur Spitze ab, wodurch die Wadenmuskel-pumpe in Gang kommt.

„Sportarten, bei denen der Fuß im Schuh fixiert ist, sind für die Venen eher ungünstig“, sagt Diehm. Der Experte nennt als Beispiele Skifahren, Snowboarden und Inlineskaten. „Das Sprunggelenk ist dabei wie festgemauert.“ Aus diesem Grund sind auch hohe Absätze Gift für die Venen. Ebenfalls weniger geeignet sind Sportarten mit abrupten Bewegungen, etwa Fußball, Handball, Tennis und Squash. „Bei den Antritts- und Stoppbewegungen steigert sich der Druck in den Venen deutlich.“ Kraftsport, der Pressatmung erfordert, hat auch diesen Effekt. „Der Druck im Brustraum steigt extrem, wodurch der Rückfluss des Blutes aus den Venen zum Herzen gestoppt wird“, erklärt Diehm. Er rät, bei Kraftsport und Kräftigungsgymnastik in den Belastungsphasen gezielt auszuatmen.

Vorsicht bei Sonnenbädern!
Förderlich für gesunde Venen: Bei Tätigkeiten im Sitzen öfter aufstehen, bei „stehenden“ Berufen immer wieder ein paar Schritte hin und her gehen. Wer länger sitzen muss, sollte wenigstens nicht die Beine übereinanderschlagen – das klemmt die Gefäße ab und hemmt dadurch den Blutfluss. Besser: ab und zu die Beine hochlegen. Ein ideales Venentraining für zwischendurch – im Büro oder auf Reisen – ist Fußgymnastik, welche die Beinmuskeln aktiviert und die Venenwände zusammendrückt. „Ungünstig ist dagegen alles, was die Venen erweitert“, sagt Diehm. „Dazu gehören heiße Bäder, ausgiebiges Bräunen in der Sonne und zu lange Saunagänge.“ Hitze stellt die Gefäße weit und begünstigt Schwellungen. Kälte bewirkt, dass sich die Venen leicht zusammenziehen. Deshalb sind kalte Waden- und Schenkelgüsse sowie Wassertreten eine Wohltat für strapazierte Venen.

Alkoholische Getränke erweitern die Gefäße ebenfalls und sollten bei Krampfadern eingeschränkt genossen werden. Das gilt auch für natriumreiche Getränke, etwa bestimmte Mineralwässer. Denn Natrium, wesentlicher Bestandteil von Kochsalz, bindet Wasser im Körper und erhöht das Blutvolumen. „Dadurch dehnt sich das Venensystem weiter auf.“ Das Essen sollte salzarm sein. Diehm rät zu einer faserreichen Mischkost, die dem Stuhl eine lockere Beschaffenheit verleiht. Starkes Pressen auf der Toilette setzt den Venen heftig zu.

Druck nach Maß
Bei bereits diagnostizierter Venenschwäche mit Schwellungen, Spannungsgefühlen oder Schmerzen in den Beinen hilft es, individuell angepasste Kompressionsstrümpfe zu tragen. Sie werden vom Arzt verordnet und nach Maß in spezialisierten Apotheken angefertigt. Durch den exakt definierten Druckverlauf, der die Vene „passgenau“ verengt, können sie schwerwiegendere Folgeerkrankungen häufig vermeiden. „Der Beinmuskulatur wird damit eine Widerlage gegeben, um die Venen zum Herzen hin auszupressen“, sagt Diehm.

Sein Tipp zum leichteren Anziehen: „Die Strümpfe möglichst schon vor dem Aufstehen anlegen.“ Dann sind die Beine noch nicht angeschwollen. Medizinische Kompressionsstrümpfe sollten von morgens bis abends, vor allem aber während Phasen der Belastung wie bei längerem Sitzen oder Stehen getragen werden. „Besonders notwendig sind sie im Sommer, wenn sich durch die Wärme die Venen stark erweitern.“

Beim Reisen die Venen schützen
Stützstrümpfe erreichen zwar nicht die Wirksamkeit individuell angepasster medizinischer Kompressionsstrümpfe. Sie können jedoch bei Patienten mit sehr leichten Beschwerden in besonders belastenden Situationen die Venen entlasten – etwa auf längeren Flug- oder Bahnreisen. Es gibt sie in vielen Ausführungen, zum Beispiel als Kniestrumpf oder Strumpfhose, als Feinstrumpf, mit Baumwolle oder Wolle.

Apotheken Umschau


Geschrieben am 23.08.2007 um 07:20
Alle News/Infos anzeigen
Kundenlogin | Datenschutz | Impressum | AGB | Kontakt


All Rights Reserved by Faust Apotheke Leipzig

copyright © StorEdit CMS & Shopsoftware