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Kleiner Kasten, große Wirkung Geprüfte Rauchmelder sind einfach zu installieren, zuverlässig und erweisen sich bei einem Brand oft als Lebensretter Der Alarm riss Edeltraud Kerner (Name geändert) aus dem Schlaf. Sofort stieg ihr der beißende Geruch in die Nase, dann überkam sie Panik. Feuer! Wenige Minuten später stolperte die 46-Jährige mit ihrem Mann und den drei Kindern aus dem brennenden Haus. Es war sechs Uhr morgens am ersten Weihnachtsfeiertag. Ein Kurzschluss an der Christbaumbeleuchtung hatte den Brand verursacht – und das Warnsignal des Rauchmelders der Familie das Leben gerettet.
Gefahr im Schlaf Etwa 600 Menschen kommen jährlich in Deutschland bei Bränden ums Leben. „Tödlich ist der Rauch, nicht das Feuer“, sagt Silvia Darmstädter vom Deutschen Feuerwehrverband. Rund 90 Prozent der Opfer sterben an einer Rauchvergiftung – viele, bevor sie mit den Flammen in Berührung kommen.
Meist brennt es nachts, und das ist fatal. Im Schlaf riecht der Mensch nichts und nimmt den Rauch deshalb nicht wahr. Gase wie Kohlenmonoxid oder Kohlendioxid sind zudem geruchlos. Bereits wenige Atemzüge davon können tödlich sein.
Ein kleiner Kasten an der Decke genügt, um sich besser zu schützen. Im Inneren des Rauchmelders befinden sich eine Messkammer, die ständig Lichtstrahlen aussendet, und eine Fotolinse. Normalerweise treffen die Strahlen nicht auf die Linse. Starker Rauch jedoch lenkt das Licht ab, es fällt auf die Linse, und der Alarm wird ausgelöst.
In Großbritannien und den USA sind Rauchmelder Pflicht. Laut Statistik konnte die Zahl der Brandopfer so um rund 40 Prozent verringert werden. Sechs deutsche Bundesländer sind dem Beispiel gefolgt: Hessen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, das Saarland, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. In diesen Ländern ist der kleine Lebensretter in Neu- und Umbauten sowie in Schlaf- und Kinderzimmern gesetzlich vorgeschrieben. Für ältere Gebäude gelten Übergangsfristen.
Prüfzeichen wichtig Auf jeder Etage sollte ein Gerät im Flur und in den Schlafzimmern angebracht werden – nicht aber in Bad und Küche, wo starker Dampf entstehen kann. Der Rauchmelder wird an der Zimmerdecke befestigt, mit 40 Zentimetern Abstand zu den Wänden.
Er kostet zwischen 15 und 30 Euro und ist leicht zu montieren. Verlässliche Geräte sind batteriebetrieben, sie warnen, wenn die Energieversorgung nachlässt, und tragen das VdS-Prüfzeichen. Ungeprüfte Produkte reagieren oft erst bei einer Rauchkonzentration von 30 Prozent, im Ernstfall ist das zu spät. „Rauchmelder sind nur Lebensretter, wenn sie geprüft sind“, betont Silvia Darmstädter.
Familie Kerner schaffte es rechtzeitig nach draußen, niemand wurde verletzt. Edeltraud Kerner ist erleichtert: „Nicht auszudenken, was ohne den Rauchmelder passiert wäre.“
Tipps für die Installation:
– Achten Sie darauf, dass der Rauchmelder das VdS-Prüfzeichen trägt oder nach EN ISO 12239 zertifiziert ist.
– Ideal sind optische Rauchmelder: Ein Lichtsignal löst den Alarm aus.
– Für Hörgeschädigte gibt es Geräte, die Lichtblitze aussenden und das Bettzeug zum Vibrieren bringen.
– Befestigen Sie den Rauchmelder in der Zimmermitte an der Decke. Der Abstand zur Wand sollte mindestens 40 Zentimeter betragen.
– Reinigen Sie die Luftschlitze des Geräts regelmäßig, und überstreichen Sie die Öffnungen nicht mit Farbe.
– Schlaf- und Kinderzimmer sollten einen Rauchmelder haben. Faustregel: auf jeder Etage einer.
– Fehl am Platz sind die Geräte in Küche und Bad, ebenso in Dachspitzen, in der Nähe von Zugluft oder Luftschächten.
– Rauchmelder gibt es im Fachhandel, im Baumarkt und beim Deutschen Feuerwehrverband, Telefon: 02 28/95 35 00
Apotheken Umschau |
Geschrieben am 14.08.2007 um 07:20 Alle News/Infos anzeigen
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