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Wenn es in der Küche krabbelt Schädlinge in seinen Lebensmitteln findet niemand gut. Doch zur Panik besteht kein Anlass. Einfache Tipps helfen, sie zu bekämpfen Ungebetene Gäste haben in der warmen Jahreszeit Hochsaison: „Ab etwa 15 Grad Außentemperatur sind Insekten aktiv“, weiß Dr. Cornel Adler vom Institut für Vorratsschutz der Biologischen Bundesanstalt in Berlin. „Warmes Wetter, wie es ab dem Frühjahr herrscht, bedeutet daher auch, dass Vorratsschädlinge wie die kupferrote Dörrobstmotte von draußen in die Küche fliegen können.“ Sie ist nur eine von etlichen Insektenarten, die den Menschen seit Jahrtausenden in Küche und Keller begleiten. Archäologen haben herausgefunden, dass sich Kornkäfer schon vor 4 000 Jahren an den Grabbeigaben ägyptischer Pharaonen gütlich taten. Frei von Vorratsschädlingen bleiben nur Kaffee, Zucker, Salz, Fett und Öle.
Ein Befall in der Küche ist keine Schande. Keine Wohnung lässt sich vollständig vor Schädlingen abriegeln. Wichtig ist nur, die Krabbler rechtzeitig zu entdecken und schnell loszuwerden. Denn befallene Lebensmittel sind für den Verzehr verdorben.
Verschiedene Schädlingsarten Schädlinge gibt es von winzig bis gut sichtbar. Die häufigsten Untermieter und wie sie Sie erkennen.
Die ausgewachsen etwa eineinhalb Zentimeter langen Dörrobstmotten sind recht leicht an ihren etwas fransigen, rotbraunen bis grauen Flügeln zu erkennen. Sie schätzen vor allem Nüsse, Müsli, Weizenkörner, Dörrobst, Naturreis, Brotreste sowie Früchtetee und legen dort ihre Eier ab. Die wenig später schlüpfenden Larven verraten sich im Frühstadium meist durch ihre fädigen Gespinste. Binnen Wochen wachsen sie auf mehr als einen Zentimeter Länge heran, bohren sich aus Verpackungen heraus und krabbeln – wenn man sie gewähren lässt – die Wände hoch. Bevorzugt in dunklen Ritzen oder in der Ecke zwischen Decke und Wand verpuppen sie sich, um später als Flattertiere neu zu erwachen. Wer nicht spätestens jetzt staubsaugt, muss mit einer Plage rechnen.
Relativ häufig ist auch der nur drei Millimeter große Brotkäfer. Wie Motten kann er von draußen einfliegen. Stecknadelkopfgroße Löcher in Verpackungen von Nudeln oder trockenen Backwaren verraten, wo er sich eingenistet hat.
Flugunfähige Kornkäfer kommen mit befallenen Getreidekörnern oder Nudeln ins Haus. Sie finden ihren Weg in die Lebensmittel meistens schon durch eine schlechte Lagerung von Getreide nach der Ernte. In der freien Natur können sie in unseren Breiten nicht überleben und hausen deshalb in Vorratslagern.
Speckkäfer wiederum existieren auch in Vogelnestern. In der Wohnung fallen zuerst ihre pelzigen Larven auf. Deren feine Härchen brechen leicht ab und bergen ein gewisses Allergierisiko, wenn man sie einatmet. „Dieses steigt allerdings erst bei anhaltend massivem Befall“, beruhigt Adler.
Einige Regeln zum Vorratsschutz Vorratschädlinge treten heute nicht häufiger auf als früher. Sie sind zwar unappetitlich, aber nicht gefährlich. „Motten oder Käfer übertragen keine Krankheitserreger“, betont Adler. Die chemische Keule sei daher in der Küche fehl am Platz. Gegen Motten helfen zum Beispiel Duftstoff-Fallen.
Die oberste Devise lautet aber: Alle Vorräte trocken in dichten Behältern lagern. Infrage kommen Vorratsgläser mit Gummiringen oder Schliff stopfen, ebenso Frischhalteboxen aus Plastik. Dosen mit losem Deckel reichen dagegen nicht und Schraubverschlüsse nur, wenn sie gasdicht schließen. Adler: „Ein fest zugedrehtes Marmeladenglas ist verwendbar. Ist der Deckel aber verbeult oder locker, taugt es nicht mehr für Vorräte.“ Die Larven der Dörrobstmotte zum Beispiel sind in den Frühstadien nur einen zehntel Millimeter dick und quetschen sich durch die Windungen eines nicht ganz dichten Schraubdeckels. Auch die Plastik- und Papierverpackungen, in denen viele Lebensmittel verkauft werden, bieten keinen Schutz. Einige Vorratsschmarotzer durchbohren sie einfach.
Die zweite Grundregel: Mit der Kücheneinrichtung möglichst keine unzugänglichen Ritzen produzieren. Schlecht sind Stellen, in die ständig Essenskrümel fallen, in die aber kein Besen dringt – wie hinter der Arbeitsplatte. „Einbauküchen sind in dieser Hinsicht von Nachteil“, weiß Adler. Besser ist es, wenn sich Herd und Spülmaschine von der Wand abrücken lassen, damit sich regelmäßig dahinter putzen lässt. Wer zahlreiche Motten oder Käfer im Schrank entdeckt, muss alle Vorräte genau durchsehen und wegwerfen, was befallen ist. Der Müll gehört dann umgehend in die Tonne vor dem Haus. Genauso wie der Staubsaugerbeutel, in den man eben die Motten von der Wand gesaugt hat, denn die Tierchen darin sind noch nicht tot.
Mehlmilben beachten: Vernichten Sie auf jeden Fall Körner, Teig- oder Backwaren, die schon mit einer weißlichen Schicht überzogen sind: Dies kann ein Anzeichen für Mehlmilben sein. Übrigens: Spinnen sind keine Schädlinge, und viele Tag- und Nachtfalter ebenso wenig.
Doch es gibt auch Fälle, in denen Sie härteres Kaliber aufbieten müssen: bei Schaben, Mäusen und Ratten. Diese sogenannten Hygieneschädlinge können Krankheitserreger übertragen. In Etagenwohnungen sollten Sie umgehend Kontakt zur Hausverwaltung aufnehmen, wenn Sie diese Tiere entdecken, weil sie oft in Schächten zwischen den Wohnungen und den Stockwerken leben.
Weitere Tipps zur Hygiene Werden Sie Ihrer Plage nicht mehr Herr, können Sie sich an folgende Institutionen wenden:
Kostenlosen Rat zur Küchenhygiene und Schädlingsbekämpfung erhalten Sie bei den Gesundheitsämtern der Gemeinden.
Informationen bieten auf Ebene der Bundesländer auch die Beauftragten für Vorratsschutz der Landespflanzenschutzämter.
Möchten Sie Krabbler, die Sie in Ihren Vorräten entdecken, genauer identifizieren, finden Sie bei der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (bba) online eine Broschüre (www.bba.de/mitteil/presse/ bilder/krabbeltiere/ krabkuechkeller.pdf – Gesundheitpro ist nicht verantwortlich und übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Internetseiten)
Apotheken Umschau |
Geschrieben am 11.10.2007 um 07:20 Alle News/Infos anzeigen
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